Wir finden in Heidelberg fehlt es an selbstverwalteter, unkommerzieller, autonomer, politischer und sozialer Kultur. Wir wünschen uns ein autonomes Kulturzentrum in dem so etwas möglich ist. Wir arbeiten als Gruppe:

  • hierachieabbauend (basisdemokratisch)
  • autonom von staatlichen Institutionen wie Parteien, etc. und gesellschaftlichen Zuständen wie Sexismus, Antisemitismus, Homophobie, Rassismus, etc.
  • emanzipatorisch

und wollen ähnliche Fortschritte in der Gesellschaft erreichen. Lust mitzumachen?

Immer wieder ist die Rede davon, aber worum geht es eigentlich, was steckt dahinter und was bedeuten diese Begriffe, was ist eigentlich ein solcher Freiraum? Was wichtig ist, soll jetzt etwas ausgeführt werden:

kritisch…

… bedeutet auch mal etwas zu hinterfragen und nicht nur nach zu plappern. Sich dabei nicht mit „das macht man halt so…“ oder der Idee eines Plans von irgend so einem komischen Gott zufrieden zugeben, sondern immer weiter zu fragen und schließlich alles in Frage zu stellen, aber auch zu beurteilen. Warum ist hier eigentlich alles so wie es ist und macht mich das alles glücklich und wie sieht es bei den anderen Menschen aus?

selbstverwaltet…

…meint die Probleme und Aufgaben gemeinsam zu gestalten und aufzuteilen, ohne dabei Vorschriften oder Chefs zu haben. Stattdessen werden alle Entscheidungen von allen gemeinsam getroffen und dabei geht es nicht darum einzelne Ansichten zu überstimmen, sondern zu versuchen, einen Plan zu fi nden, mit dem alle übereinstimmen und sich gemeinsam wohl fühlen (Konsens). Wichtig ist, dass für alle nachvollziehbar bleibt, wann, warum, welche Entscheidungen getroffen werden (Transparenz).

unkommerziell…

…sind Projekte, wenn es ihnen nicht um fi nanzielle Gewinne (Profi t) geht, sondern ihnen wichtiger ist, was für andere Folgen ihr Handeln hat. Auch wenn trotzdem manche Sachen immer noch Geld kosten, soll auch niemand ausgeschlossen werden, der oder die kein Geld hat. Da es unkommerziellen Projekten nicht um Profi t geht, der den Preis teurer macht, können entweder die Preise niedriger sein, den ArbeiterInnen, die das irgendwo gemacht haben, genug Geld gegeben werden um auch richtig leben zu können (fairer Preis), oder mit dem Geld irgendwelche anderen wichtigen Sachen unterstützt werden (solidarischer Preis). Natürlich kann auch alles drei gemacht werden.

emanzipatorisch / aufklärerisch:

Irgendwie werden wir alle von ganz vielen Dingen im Alltag beherrscht. Weil es für andere wichtig ist, ist es auch für uns wichtig geworden, zum Beispiel ob du eine FreundIn hast oder ob du vielleicht gar nicht heterosexuell bist, ob du Markenklamotten trägst und das eine neue Handy hast, wie gut deine Noten in der Schule sind, oder ob dein Job eigentlich als cool angesehen wird oder nicht. Manche dieser Dinge sind käuflich und sehr wichtig geworden (Warenfetischismus), andere sind einfach nur so in dieser Gesellschaft wichtig. Dabei gibt es auch die Tendenz Menschen als Dinge zu sehen (Verdinglichung), als Arbeitskraft, dass heißt jetzt Humankapital, oder als Idole wie Popstars, die vielleicht gar nicht sich selbst darstellen, sondern gecastet wurden, um etwas zu darzustellen. aber wie kann es eigentlich sein, dass wir von Dingen beherrscht werden, es sind doch nur Dinge? Und wer hat das eigentlich entschieden? Das ganze funktioniert wie Gläserrücken, jedeR legt seine Hand auf das Glas und weil alle, ohne es zu wollen, ein bisschen zittern, bewegt sich das Glas langsam. Genauso entwickelt sich eine Gesellschaft, die uns wiederum erklärt was gut und richtig ist, obwohl das vielleicht gar nicht stimmt (Vergessellschaftungsprozess). Dabei kann sich JedeR auch manchmal fremd vorkommen, einfach nicht selbstbestimmt. Aber daran gibt es nichts Natürliches, aus diesem Zustand können wir uns eben emanzipieren, die selbstverschuldete Unmündigkeit verlassen, wenn wir den Mut haben uns unseres eigenen Verstandes zu bedienen.

autonom:

Wenn wir uns emanzipieren, können wir anfangen uns überlegen, was eigentlich wirklich wichtig ist. Welche Ideen und Werte die es gibt und als Gesetz dastehen, total blöd sind und welche wir selbst gut finden. Dann können wir selbständig Politik machen, so wie es uns passt.

Freiräume:

In einem Freiraum versuchen wir genau diese Punkte zu erreichen und dabei ohne Profi t, Chefs, Rassismus, Sexismus usw. aus zu kommen. Er bietet uns die Möglichkeit mit anderen Gesellschaftsformen zu experimentieren und eine gesellschaftliche Kritik auszuarbeiten. Dieser Freiraum kann ein Ort sein, aber auch einfach eine Idee oder eine Struktur. Es kann sich dabei um ein selbstverwaltetes, autonomes Kulturzentrum handeln, eine politische Jugendgruppe, ein besetztes Haus, eine Wagenburge oder eine kritische Zeitung.
Den Freiraum machst schließlich immer noch du, also weißt auch du wo er anfängt…